Diese Silben sind nur schwer zu spinnen. Sie sind silbern und sie sind schön. Sie verbringen viel Zeit damit, sich selbst zu betrachten und fügen sich nur widerwillig zu einem Faden zusammen... und sie wollen hören, wie schön du sie findest.
Lichter
Ich lebe in einer Zeit, der reisenden Lichter,
Der reißenden, strömenden, störenden Lichter.
Ich meine nicht, das Licht das reist,
Tage, Monate, Jahre meist.
Ich meine die blinkenden Lichter,
Die sich ändernden, hektischen, panischen Lichter.
Die Lichter die das Licht verdrängen,
Lichter, die dich Nacht einengen.
Lichter, die uns unruhig machen,
Sodass wir zur Zeit des Träumens wachen.
Ich rede von Licht, das Geheimnisse frisst,
Dass sie keiner mehr vergisst.
Ich rede von Licht, dem man nicht entkommen kann,
Nur im Traume dann.
Die Silbenspinnerin
Reih' an Reih'
In meinem Kopf, da jagen die Gedanken
Sie reih’n sich Reih' an Reih' an Reih' an Reih'-
Hörst du nicht, wie sie zanken?
Es ist, als spalt’n sie meinen Kopf entzwei.
Sie bringen meine Seel’ zum wanken
Jähzorn folgt auf milde Güte,
Depression auf Jubelschrei
Wie soll ich halten mein Gemüte
In dieser blut’gen Kämpferei?
Die Silbenspinnerin
Künstlerseele
Geboren wurde ich mit einem Künstlerherz und einer Künstlerseele. Heute blutet mein Künstlerherz und meine Künstlerseele fristet ein Schattendasein in der Ecke meines Hobbyzimmers. Sie leistet mir Widerstand wann immer ich versuche sie mir wie einen Malkittel überzuziehen. Sie weiß, dass ich sie nicht lange tragen werde. Nur eine Stunde, an guten Tagen vielleicht zwei. An schlechten gar nicht. Auch wenn mein blutendes Herz nach ihr schreit, ist sie nicht bereit, die Kälte des Schattens nach einer kurzen Zeit des warmen Schaffens wieder zu akzeptieren. Lieber bleibt sie mir fern, faucht, wenn ich mich ihr nähere. Ich denke darüber nach, ihr wenigstens mein Herz als Gesellschaft zu geben.
Ohne sie schlägt es ohnehin kaum noch in meiner Brust.
Die Silbenspinnerin
Unverstanden
Du siehst mich an.
Aber du siehst mich nicht.
Du hörst mir zu.
Aber du hörst mich nicht.
Ich halte deine Hand.
Aber ich berühre dich nicht.
Ich lasse dich los.
Die Silbenspinnerin
Einschichtig
Es ist dieser Druck in meiner Brust,
dumpf und schwer.
Es ist mein Herzschlag,
den ich nicht mehr spüren kann.
Ich bin nur noch Angst.
Alle Gefühle sind unter ihr erstickt.
Ich bin nur noch einschichtig,
Alle anderen Schichten hat die Angst mir abgerissen.
Ich weiß nicht, wie ich mich wieder finden soll.
Die Silbenspinnerin