Ruprechts Silben
Hier findest du Silben, die Knecht Ruprechts Geschichte weiterspinnen. Schau dir die Silben an und tanz mit ihnen.
Wie Eule und Fuchs zu Knecht Ruprecht kamen
In einer kalten Winternacht,
haben sich zwei Gestalten aufgemacht.
Die erste gleitet dahin auf sanften Schwingen,
und lässt keinen Laut erklingen.
Die zweite läuft auf leisen Pfoten,
denn Vorsicht ist geboten.
In dieser kalten Winternacht,
hat sich auch ein Jäger aufgemacht.
Die Gestalten, das sind Eule und Fuchs,
die suchen vor dem Jäger Schutz.
Doch finden sie weder Stein noch Baum,
verstecken können sie sich kaum.
Der Fuchs mit seinem roten Fell,
erscheint im Mondlicht besonders grell.
Ängstlich spitzt er seine Ohren,
sie haben ihren Pfad verloren.
Hört er da etwa schon den schweren Schritt,
mit dem der Jäger über eine Schneewehe tritt?
Stattdessen ertönt Eules warnender Schrei,
die Suche des Jägers ist bald vorbei.
Fuchs rennt schnell und immer schneller.
Wird es dort hinten plötzlich heller?
Fuchs reckt die Nase hoch in die Luft,
und riecht rauchigen Ofenduft.
Fürs Zögern bleibt ihnen keine Zeit,
des Jägers Schritte sind nicht mehr weit.
Auf einem Hügel in der Mitte,
steht eine kleine Hütte.
Und daneben erhebt sich stolz,
ein großer Stapel Ofenholz.
Schnell verkriecht sich Fuchs darunter und zittert.
Er hat den Jäger schon ganz nah gewittert.
Auf einmal durchfährt den Fuchs ein Schreck:
Der Jäger steht nicht weit von seinem Versteck!
„Wo bist du kleiner Fuchs?“, fragt der Jäger leise.
„Ich werde dich schon finden. Auf die eine oder andere Weise.“
Der Fuchs schließt ängstlich seine Augen.
Da hört er eine zweite Stimme und kann es kaum glauben.
„Jägersmann, was machst du hier vor meinem Haus?
Sieht so dein besinnlicher Abend aus?“
Der Jäger sagt: „Der Fuchs hat meine Gans gestohlen, werter Knecht.
Nun hole ich ihn mir, so will es das Recht.“
Da antwortet der Knecht: „Hast du es vergessen: Heut ist Nikolaustag,
an dem niemand einem anderen schaden mag.
Lass den Fuchs heute Nacht in Ruh‘
Und drück nochmal ein Auge zu.
Ich will dir dafür etwas von meinem Holz hier schenken.
Vor einem warmen Feuer kann niemand etwas Böses denken.“
Der Jäger überlegt und sagt: „Nun gut.
Schaut nur, dass der Fuchs heut‘ Nacht keiner Gans mehr etwas tut.“
Der Fuchs kann sein Glück kaum fassen.
Der Jäger zieht davon und wird ihn in Frieden lassen.
Da spricht der Knecht zum Fuchs: „Nun zu dir:
Nimm deinen Freund, die Eule, und komm mit hinein zu mir.
Hier draußen ist es euch sicher nicht geheuer.
Mein Sohn Ruprecht und ich haben noch Platz vorm Feuer.
Feiert mit uns den Nikolaustag
Jeder von euch kann so lange bleiben, wie er es gerne mag.“
Ja, so ist es gewesen, erinnert Ruprecht sich.
Auch heute noch, teilt er mit Fuchs und Eule seine Wärme und sein Licht.
Madeline Schwalb
Als der Nikolaus bemerkte, dass er sich zu sehr beeilt
In einer kalten Winternacht,
hat sich der Nikolaus wieder aufgemacht.
Wie immer ist er sehr in Eile,
denn bis alle Stiefel voll sind, dauert es eine ganze Weile.
Gestresst hetzt er von Haus zu Haus, von Stadt zu Stadt,
bis er in seinem Sack nichts mehr Süßes übrig hat.
Endlich kommt er zuhause an,
froh, dass er nun ruhen kann.
Er fasst sich müde an den Kopf. Oh Schreck!
Ist etwa seine Mütze weg?
Irgendwo hat er sie wohl verloren.
Da hilft nichts. Er muss sie sich wiederholen.
So macht er sich in seinem Schlitten wieder auf.
Er treibt sein Pony zu schnellem Lauf.
Er fährt zurück in die letzte Stadt.
Er sucht lange, doch schließlich findet er, was er verloren hat.
Da liegt sie vor dem Haus vom Knecht.
Zufrieden zupft er die Mütze auf seinem Kopf zurecht.
Da stutzt der Nikolaus und überlegt.
Wie kommt es, dass vor der Tür hier gar kein Stiefel steht.
Er sieht hin und her und her und hin. Nanu?
Steht da vor der Tür etwa nur ein Hausschuh?
Und es kommt noch so viel schlimmer,
im Schuh findet sich von Süßem kein einziger Schimmer.
Wie kann so etwas gehen?
Hat er in seiner Eile den Hausschuh übersehen?
Er zieht die Stirn kraus voller Sorgen.
Er denkt an den kleinen Ruprecht an diesem Morgen.
Er wird doch sicher traurig sein,
wenn er ohne Süßes bleibt allein.
Doch seinen Sack hat Nikolaus nicht mehr dabei.
Vielleicht findet er aber doch noch irgendwo eine Süßigkeit - oder zwei.
Er sucht im Schlitten und er sucht in seinen Taschen,
Schließlich findet er ganz hinten in der Ecke noch etwas zum Naschen.
Mit einem einzigen Bonbon, in pinkes Papier gehüllt,
wird nun Ruprechts Schuh gefüllt.
Nikolaus hätte gerne mehr gegeben,
und kratzt sich am Kopf. Er ist ganz verlegen.
Wäre er doch statt gehetzt etwas mehr besonnen,
mit seinem Sack hierhergekommen.
Dann hätte er Ruprechts Hausschuh nicht vergessen.
Er ist von Eile ganz und gar besessen.
Er hatte doch nicht zu wenig Zeit,
auch jetzt ist der Morgen noch weit.
Langsam fährt er im Schlitten nach Haus
Und denkt: ich lasse mir mehr Zeit am nächsten Nikolaus.
Nie mehr passiert mir ein solches Vergehen.
Kein Kind soll mehr ohne Geschenke ausgehen.
Madeline Schwalb